Auf die Palme gebracht

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Tauziehen in der Partnerschaft

Den Partner oder die Partnerin auf die Palme bringen, das können Paare sehr gut. Dieses Jahr ist die Situation noch einmal besonders verschärft, weil wir ja nirgendwo hin können und zu Hause bleiben müssen.

Es geht nicht ohne Stress, auch wenn wir uns vorgenommen haben, dieses Jahr harmonisch zu bleiben. Dann stressen die unterdrückten Flüche. Warum ist das so, dass gerade der Partner oder die Partnerin uns so schnell so rasend machen kann? Das ist vor allem die schnelle Herdplatte in unseren Köpfen. Ein falsches Wort an der richtigen, der sehr empfindlichen Stelle, und die seelische Herdplatte hat das Thema blitzartig zum Kochen gebracht. Wenn der Stress dann so dramatisch da ist, dass wir vor Wut das Villeroy und Boch an die Wand donnern könnten, dann ist es allerhöchste Zeit, das Haus zu verlassen und in der frischen Luft eine Abkühlung zu suchen. Aber allein, auch der Hund sollte zu Hause bleiben, schließlich haben diese sensiblen Tiere ein gutes Gespür für die Gemütslage ihrer Herrchen. Bewegung hilft, Aggressionen und Stress zu mildern. Dabei ist Wut immer aus einer Angst entsprungen. Irgendetwas an den Worten des Partners hat uns in Angst versetzt. Das könnten wir auf diesen Spaziergang reflektieren.

Aber manchmal ist es nicht nur die Herdplatte, die uns so richtig quält, sondern auch noch die seelische Tiefkühltruhe. Hier drin werden alte Verletzungen, Streitereien, Versäumnisse und so weiter, des Partners tiefgefroren, bis sie an einem Streittag wieder auf die Herdplatte kommen und dort, wir ahnen es: blitzartig kochend heiß werden. Diese ätzende und so richtig heiße Suppe schütten wir dann dem Partner ins Gesicht. Spätestens jetzt ist es gut, wenn die Axt gut verstaut im Werkzeugkasten liegt oder das Tranchiermesser in der Spülmaschine ist.

Wie können wir uns nach so einem Streit wieder versöhnen? Nur, wenn wir uns zuerst wieder abkühlen und die Gefühle nicht schon wieder in uns brodeln. Nur mit Sanftheit und dem Wunsch, zu verzeihen und eine Vergebung zu bekommen, kann es dann wieder besser werden. Erst einmal. Denn da ist diese seelische Herdplatte, die so schnell so heiß wird. Warum brodeln die Gefühle so schnell so hoch? Wir müssen doch gar nicht glauben, was uns die Gefühle wie Wut oder Trauer da vermitteln wollen. Meistens ist es nämlich Angst, die uns quält und diese Angst hatten in fast allen Fällen auch schon unsere Eltern. Wir haben den Umgang, den wir mit unserem Partner pflegen, von unseren Eltern so gelernt. Und wir geben diese Art an unsere Kinder weiter. Es sei denn, wir durchbrechen diesen Kreislauf und machen es mal anders. Aber wie? Am Besten räumen wir erst einmal die seelische Tiefkühltruhe wieder aus und lassen all diesen unnötigen Ballast von früher einfach einmal los. Das hört sich erst einmal gut an, aber ist es wirklich so einfach? Da ist manchmal ein dicker Klumpen aus Scham, Schuld, Verletzungen, Glaubenssätzen und noch so einiges mehr, der da tiefgefroren ist. Da hilft es, mit den Partner über das alles zu reden, was da die Verletzungen in der Tiefkühltruhe ausgemacht haben. So kann der Mensch, mit dem wir unser Bett teilen, ein besseres Verständnis für das bekommen, was uns so sehr auf die Palme bringt. Streiten ist gut, um Positionen zu klären. Emotionen müssen dabei nicht hochkochen. Sie sind zwar da, aber sind sie denn wirklich so wichtig, dass wir uns selbst dabei vergessen? Unsere Werte und unsere guten Ideen?

Reden ist zwar viel besser, das kann man auch mit einem schönen heißen Tee oder dem Hund an der Leine, aber manchmal beziehen wir halt eine starke Stellung. Wenn wir dann nicht kämpfen, um zu gewinnen und um den anderen bluten zu lassen, kann das neue Jahr auch ohne Harmoniezwang begonnen werden.

Wenn es trotzdem schwer wird, kontaktieren Sie Ihren Coach. Wir können gemeinsam die Tiefkühltruhe ausräumen und abtauen lassen und die Herdplatte können wir auch so drosseln, dass sie nicht mehr so blitzschnell alles zum Kochen bringt.

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