BlogBurnout
Stempel Erledigt

Burn-out – dieses Wort hat sicher schon jeder einmal gehört, zu deutsch: Ausgebrannt sein. Aber was steckt dahinter? Eine Krankheit? Laut Weltgesundheitsorganisation, die das Standartwerk der psychischen Erkrankungen mitverfasst, ist es keine Krankheit. Ihre Ärztin kann es also nicht diagnostizieren. Trotzdem fühlen sich Betroffene kaum in der Lage, weiter zur Arbeit zu gehen, weil es für sie jeden Morgen schwerer wird, auch nur aufzustehen. Der Leidensdruck ist da und Ihr Arzt will Ihnen ja helfen. Also schreibt er eine Diagnose auf den gelben Zettel, die auch die Kasse bezahlt. Die Symptome von Burn-out sind einer Depression nicht unähnlich und im Verlauf eines Burn-outs kann es tatsächlich zu diesem Krankheitsbild kommen. Eine Depressionsbehandlung wird von der Kasse bezahlt. Da kann man Kuren und Tabletten verschreiben und es wird mit der nötigen Ruhe ja auch besser. Bis der Job wieder anfängt. Das ist das Problem mit symptomatischen Behandlungen. Sie erreichen nicht die Ursache der Störung.

Nun gibt es leider nicht die eine Ursache bei einem Burn-out. Es ist ein sogenanntes multifaktorielles Geschehen. Das heißt, viele kleine Probleme häufen sich wie kleine Steinchen auf dem Radweg. Sie bringen das System an den Rand des Stillstands, in der Metapher des Fahrrades wird es immer holpriger zu fahren und auch sehr viel schwerer. Noch ein kleines Steinchen mehr macht kaum noch einen Unterschied. Aber dann ist plötzlich ein Stein zu viel oder zu groß. Das Fahrrad bekommt einen Platten. Diese eine Komplikation auf der Arbeit, dieser eine Streit mit dem Partner und die Seele hat einen Knacks. Das kann sich auch schon darin äußern, dass Betroffene ohne konkrete Situation sagen: „Ich kann nicht mehr.“

Es ist nicht immer die Erwerbsarbeit schuld an einem Burn-out. Es ist auch nicht immer der Arbeitnehmer, der sich tunlichst um seine Gesundheit selber kümmern muss. Es ist auch nicht immer die schlechte familiäre Situation, in der jemand steckt. Meistens ist es ein Gemisch und ein Teufelskreis aus allen drei Bereichen, das zu einem Einbruch führt.

Aber wie lässt sich so etwas beheben und am besten, wie lässt es sich ganz vermeiden? Immerhin schätzte 2002 das schweizer Gesundheitsamt die Schäden durch vermeidbare Stressreaktionen auf 2,4 – 3 % des Bruttoinlandseinkommens und die USA geht davon aus, dass jeder in die Stresstoleranzverbesserung gesteckte Dollar sich mit 2,4 Dollar vermiedener Ausgaben rechnet. Das heißt, Ihre Firma bucht einen Coach für 100 Euro und im nächsten Jahr sinken die Kosten für stressbedingte Krankheitsausfälle um 240€. Wenn sich das nicht lohnt!

Kein Vorgesetzter kann orakeln, ob ein Mitarbeiter unterfordert oder überfordert ist, ob jemand seine Kompetenzen voll einsetzt oder nur auf Sparflamme arbeitet, ob eine Mitarbeiterin Probleme mit der Schule ihres Kindes hat, ob jemand gerne eine tiefergehende Schulung zu einem Arbeitsthema machen möchte, um sich mehr einbringen zu können, oder ob der letzte Fehler zu harsch geahndet wurde, u.s.w.. Dazu braucht es die informellen Gespräche an der Kaffeemaschine, die Plaudereien beim Umziehen oder einen konkreten Plan, der Ressourcen aufzeigt und misst, ob diese gesundheitsfördernden Betriebsmittel auch ihren Zweck erfüllen. Spätestens dann, wenn die Mitarbeiter plötzlich verstummen, wenn die Chefin um die Ecke zur Kantine kommt, ist ein konkreter Ressourcenplan, erstellt von einem Coach, sinnvoll.

Was kann denn jeder Einzelne tun, um allgemein mit Stressoren, wie die Steinchen auf dem Fahrradweg, besser umgehen zu können? Dauerstress entsteht in der Reaktion des Körpers auf unseren Verstand. Wenn wir den Verstand und seine Gedanken nicht mehr so wichtig nehmen und ihn mit den körperlichen Befindlichkeiten und den Gefühlen auf eine Stufe stellen, kann der Dauerstress abfallen. Das geht mit der Übung „In den Körper fokussieren“.

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