Lecker essen und ungehemmt dem Altruismus frönen

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Möhre im Müll

25 000 000 000 € werfen wir, ja wir in den Haushalten, in Deutschland jedes Jahr auf den Kompost. Wow! Wenn doch jede Familie davon nur ein klitzekleines Milliönchen abbekommen könnte! Im Jahr 2017 gab es 11,58 Millionen Familien in Deutschland. Da wäre sogar noch eine zweite Million für jede Familie drin. Kein Kind müsste mehr in abgelatschten Schuhen in die Schule gehen. Wäre es nicht eine wundervolle Sache, einfach einmal ohne Schuldgefühle in den Urlaub zu fahren? Oder einfach den Klempner zu rufen und es nicht selber machen zu müssen?

Das geht! Aber wie? Das, was in unserer Welt am Wirkmächtigsten ist, ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage nach Lebensmitteln ist sehr hoch. Das ist nur allzu verständlich, denn wir sind ja davon abhängig, von der Agrarwirtschaft versorgt zu werden. Die wenigsten Menschen leben auf Selbstversorgerhöfen.

Unsere Eltern oder Großeltern haben die zwei schlimmen Hungerwinter nach dem letzten Weltkrieg überlebt. Das diese Menschen die Vorratswirtschaft über alles schätzen, können wir nachvollziehen, denn es hing damals ja tatsächlich ihr Leben davon ab! Unsere Mütter und Väter leben es vor: wenn ein Angebot verlockend ist, greife zu! Du kannst es ja einfrieren! Aber mal ganz ehrlich: Wie voll ist deine Truhe, dein Gefrierschrank und wie oft holst du etwas daraus hervor, um es zu kochen?

Viel besser schmeckt doch das frische Fleisch und das knackige Gemüse vom Stand oder aus der Theke des Supermarktes. Jetzt stecken wir in diesem Dilemma: Vorratshaltung versus verlockende frische Zutaten. Unsere Seele mag einen solchen Zwiespalt aber gar nicht. Dann haben wir nämlich einen enorm hohen Stresslevel. Da wir sowieso schon sehr viele Dilemmata zu bewältigen haben, beachten wir diese kleine Zusatzambivalenz einfach gar nicht und schmeißen die überschüssigen Lebensmittel ohne Gewissensbisse in die Tonne. Wir können uns das ja leisten! Beste Dünger holen alles aus den Böden, Wasser kommt in Massen vom Himmel und die Sonne scheint auch spätestens alle zwei Wochen einmal. Wir schwelgen in Fressalien! Geld verdienen wir auch genug, wir können uns das schon leisten! Aber bedenken wir, dass für jede weggeworfene Scheibe Mortadella, für jede gammelig gewordene Packung Gehacktes ein Tier gestorben ist?

Fleisch darf ohne Entschuldigung konsumiert werden. Wir sind nun einmal Raubtiere, die auch Pflanzen essen können, wenn wir diese auch nicht sehr gut verdauen können. Dennoch: ehren wir das Tier, das wir essen? Wann hast du das letzte mal dumme Kuh oder fettes Schwein gemurmelt, wenn dir jemand die Vorfahrt genommen hat? Das ist der Fluch von 1300 Jahren Christianisierung: Macht euch die Erde untertan. Das Vieh zu ehren und seinem Geist zu danken, weil ihr Tod uns ernährt, kommt uns nicht mehr in den Sinn. Statt dessen werfen wir es weg. In den Müll.

Was hat das ganze jetzt mit Altruismus, dem selbstlosen Handeln und dem Gedenken der Mitmenschen zu tun? Wie kannst du mit deinem Verhalten mehr Geld in deine eigene und in die Börsen von armen Familien bringen? Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt und damit auch den Preis, den wir bezahlen müssen und den die Landwirte verlangen können. Wir kaufen eine Menge Lebensmittel. Das meiste wird ja auch gebraucht und findet seinen Platz in unseren Mägen. Wir kaufen durchschnittlich 500 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf im Jahr. Davon landen ca. 180 Kilogramm im Müll.

42 Kilogramm Lebensmittel verbraucht ein erwachsener Bundesbürger durchschnittlich im Monat. Das kostet ca. 180 €. 27 Kilogramm werden davon weggeworfen, im Wert von durchschnittlich 116 Euro. Das sind nur Durchschnittswerte! (Wenn das Ripeyesteak in den Müll wandert, sind es gleich 20 Euro mehr.)

Wenn eine ganze Menge Menschen diese 27 Kilogramm nicht einkaufen, die sie in den Müll werfen, behalten sie 100 Euro im Monat für z.B. die Urlaubskasse und SENKEN damit die Nachfrage nach Lebensmittel. Das bedeutet, der Preis wird auch SINKEN! Ein großes Angebot ohne Nachfrage senkt die Preise. Für alle!

Jetzt wirst du einwenden, das sei ja eine tolle Rechnung aber da ist doch noch diese eingefahrene Denkweise unserer Großeltern und Eltern! Wie komme ich aus dieser Denkweise heraus und finde zu mehr Freiheit in meiner Handlungsweise? (Etwas, das auch in anderen Situationen sehr helfen kann)? Coaching hilft.

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