Stress macht krank!

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Nun, das wissen wir mittlerweile alle. Und dann kommen auch die, meist ungebetenen, Ratschläge: Stress dich doch nicht so! Mach doch mal eine Pause! Dein Rückenschmerz kommt vom Stress, das ist doch klar. Du brauchst mal dringend Urlaub. Entspann dich!

Ja, Urlaub hilft. Für eine Weile. Der Rücken kann nichts damit anfangen, wenn er mal still liegen soll. Dann schmerzt es nur noch mehr, wenn da noch der Abwasch steht und die Wäsche nicht weggeräumt ist. Und eine Pause, die lang genug zum Entstressen ist, kostet uns den Job.

Nach dem Joga oder der Massage, oder was auch immer ihr für Strategien gegen den Stress entwickelt habt, fühlt es sich wieder gut an. Doch wie lange hält das vor? Stress dich nicht so! ist leicht gesagt, aber wie kann das ins Leben, in den Job, in den Umgang mit den Liebsten umgesetzt werden?

Meistens sitzt das Problem tiefer und kann mit den sonst tatsächlich sehr hilfreichen Strategien nicht wirklich weggeräumt werden. Dann kann es an der Vorherrschaft unseres Verstandes liegen. Wir sind Verkopft und das die meiste Zeit des Tages. Der Alltag muss gemanagt werden, das geht am besten mit unserem Verstand und seiner Allzweckwaffe Sprache. Das haben wir so wunderbar gelernt, in der Anfangszeit unseres Daseins, dass es mittlerweile ganz selbstVERSTÄNDlich ist. Das ist auch gut so, denn unser Verstand schützt uns vor Kälte, Hunger und schlaflosen Nächten auf der grünen Heide. Unser Verstand hat uns einmal messerscharf gewarnt, wenn da der Säbelzahntiger aus dem Gebüsch gestürmt ist und uns angreifen wollte. Dann hat er die anderen Anteile unseres Selbst einfach einmal abgeschnitten und analysierte blitzschnell die Situation: lohnt sich die Flucht? Oder doch besser die Messer raus? Der Körper muss gehorchen, sonst ist er gleich verletzt. Die Frage nach dem Sinn und den dahinterliegenden Werten stellt sich in dieser lebensbedrohenden Situation gar nicht erst. Die Gefühle kennen nur eine Qualität: Angst, bis der Lendenschurz voll ist. Das ist ziemlich praktisch, wenn der Verstand die Oberhand hat. Die Situation ist schnell bereinigt und dann kann gegessen werden. Am Lagerfeuer gerösteter Säbelzahntiger.

In unserer Gesellschaft dominiert der Verstand immer unser Selbst. „Ich denke also bin ich“ wurde zu unserem Credo. „Ich bin nicht meine Gedanken!“ Hört sich nicht richtig an, obwohl es so ist. Mit unserer Sprache können wir uns immer wieder ablenken von dem, was der Körper fordert. Oder die Seele. Oder das Gefühl. Wir befehlen uns selbst, nicht so zimperlich zu sein. Oder: „Sei nicht so eine Heulsuse!“ „Aufstehen und Kopf hochhalten, sonst ist er ab.“ u.s.w.

Dabei haben wir heute in Deutschland so viel Freiheit, wie noch nie zuvor in unserer Geschichte. Wer zwingt uns dazu, den Kopf hoch zu halten? Oder nicht zu jammern? Am meisten nur unser eigener Verstand. Dabei ist es der Ausdruck unseres gequälten Körpers, unserer unterdrückten Gefühle und der erkalteten Seele, wenn da mal was im Bauch zwickt oder in der Brust laut pocht, oder wie auch immer sich eure inneren Piekser anfühlen.

Ohne den Verstand kann der Körper nicht lange leben. Eine Demenzdiagnose hat eine Prognose von wenigen Jahren und endet immer tödlich. Aber ohne Körper kann der Verstand auch nicht existieren. Und wenn unsere Seele uns verlässt, ist es das Ende unseres irdischen Daseins. Das eine kann nicht ohne das andere sein. Deswegen ist es gut, wenn wir wieder lernen, auf unseren Körper zu hören. Er kommuniziert mit Gefühlen und er weiß auch, was unserer Seele gut tut und was sie gerne möchte. Die Seele teilt sich aber auch immer wieder dem Verstand mit, das nennt sich dann schlechtes Gewissen. Und die Seele nimmt an, was der Verstand ihr an Werten und Sinnhaftigkeit bietet. Das ist Spiritualität. Wenn diese inneren Anteile unseres Selbst miteinander in Kontakt stehen und die Kommunikation läuft, können wir tatsächlich Frieden, Ruhe, Kraft und ein lautes befreites Lachen in uns selbst finden.

Wie geht das? Ganz einfach mit einem Fokussieren in den Körper. Mehr dazu in einem Einzelcoaching oder in meinem Gesundheitsworkshops.

Gegen den Dauerstress: Stressbremse In den Körper fokussieren
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